Aktuelles

Mit der Reform der Pflegeausbildung werden Pflegeberufe attraktiver

Mit der verabschiedeten Reform der Pflegeausbildung wurde ein wichtiger Schritt unternommen, um mehr Fachkräfte für die Pflege zu gewinnen. Schließlich soll der Mangel an Pflegefachkräften der Vergangenheit angehören. Die neuen Ausbildungsgänge starten 2020, die nötigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen sollen 2018 fertig sein.

Auszubildende in Pflegeberufen müssen sich künftig nicht mehr zu Beginn ihrer Ausbildung entscheiden, ob sie nun den Weg in die Krankenpflege, in die Kinderkrankenpflege oder doch in die Altenpflege gehen wollen. Denn mit der neuen generalistischen Pflegeausbildung können die „Pflegefachkräfte“ in allen Versorgungsbereichen arbeiten oder weiterhin eine spezialisierte Ausbildung machen.

Eine wichtige Änderung ist zudem, dass alle Ausbildungswege künftig über einen gemeinsamen Ausbildungsfonds finanziert werden – und damit für alle Auszubildenden kostenlos wird (das an etlichen Pflegeschulen in Deutschland übliche Schulgeld fällt damit weg) und die Azubis Anspruch auf eine angemessene Ausbildungsvergütung bekommen.

Quelle und weitere Informationen: www.bundesregierung.de und www.bundesgesundheitsministerium.de

 

Ausbildung Weltweit: Das neue BMBF-Pilotprojekt für weltweite Auslandsaufenthalte

Die berufliche Bildung leistet einen wesentlichen Beitrag dazu, künftige Fachkräfte auf ihren Arbeitsalltag vorzubereiten, auch was die Globalisierung angeht. Dabei spielt die Vermittlung internationaler Berufskompetenzen eine wesentliche Rolle. Neben Fremdsprachenkenntnissen gehören interkulturelle Kompetenzen, die durch grenzüberschreitende Mobilität erworben werden können, zu diesen Fähigkeiten. Zudem lassen sich durch einen Auslandsaufenthalt Schlüsselqualifikationen wie Teamfähigkeit und Selbstständigkeit fördern.

Das neue Pilotprojekt "Ausbildung Weltweit" gibt Azubis und Ausbilder die Chance, internationale Berufskompetenzen zu erwerben. Unternehmen in Deutschland werden darin unterstützt, ihre angehenden Fach- und Führungskräfte und das Ausbildungspersonal auf die Anforderungen des internationalen Markts vorzubereiten. Und dazu können Zuschüsse aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung beantragt werden, und zwar für:

  • Auslandsaufenthalte von Auszubildenden
  • Auslandsaufenthalte von Ausbilder(innen)
  • vorbereitende Besuche (zur Vorbereitung und Qualitätssicherung der Auslandsaufenthalte von Azubis)

Das Pilotprojekt ist global ausgerichtet. Ausgenommen sind dabei die 33 europäischen Länder, die von Erasmus+ abgedeckt sind, und die Länder, für die das Auswärtige Amt eine Reisewarnung ausgesprochen hat.

Weitere Informationen zu „Ausbildung Weltweit“ finden Interessenten bei der Informations- und Beratungsstelle für Auslandsaufenthalte in der beruflichen Bildung (ibs).

 

Reform des Mutterschutzrechts ist nun offiziell

Nach 65 Jahren ist das Mutterschutzrecht nun reformiert worden: Die Änderungen im Mutterschutzgesetz (MuSchG) und in der Verordnung zum Schutze der Mütter am Arbeitsplatz (MuSchArbV) wurden am 29.05.2017 im Bundesgesetzblatt verkündet und sind damit nun offiziell. Die ersten Änderungen gelten bereits seit 30.05.2017. Die wesentlichen Neuerungen werden jedoch überwiegend zum 01.01.2018 in Kraft treten.

Für wen nun der Mutterschutz genau gilt, wie sich die Arbeitszeit (künftig) beschränkt oder welche Beschäftigungsverbote es geben wird, zeigt Ihnen unsere Expertin Frau Dr. Carmen Hergenröder vorab im Gratis-Whitepaper "Neuregelungen des Mutterschutzrechts".

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BIBB veröffentlicht die Top 10-Ausbildungsberufe 2016

Viele Kinder träumen davon, später einmal Pilot oder Feuerwehrmann, Tierärztin oder Kinderkrankenschwester zu werden. Doch am Ende entscheiden sie sich meist für völlig andere Berufe. Welche dabei zu den Top 10-Ausbildungsberufen 2016 gehören, hat das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) am 03.04.2017 auf Grundlage der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge mit Stichtag 30.09.2016 veröffentlicht.

Danach wurde auch 2016 wieder mehr als ein Drittel aller neuen Ausbildungsverträge in nur zehn Berufen abgeschlossen. Aktueller Spitzenreiter dieser Rangliste nach Neuabschlüssen ist der Beruf Kaufmann/-frau für Büromanagement – mit bundesweit rund 28.700 unterschriebenen neuen Ausbildungsverträgen in diesem Beruf.

TOP 10 der Neuabschlüsse

Weibliche Auszubildende schlossen 2016 die meisten Ausbildungsverträge in den kaufmännischen Berufen als Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Verkäuferin und Fachverkäuferin im Lebensmittelhandwerk sowie als Hotelfachfrau und Friseurin ab.

TOP10 Ausbildungsberufe 2016

 Bei den Männern nahm weiterhin der Kfz-Mechatroniker mit großem Vorsprung die Spitzenposition ein. Auf den weiteren Plätzen folgen der Elektroniker, der Industriemechaniker, der Anlagenmechaniker Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, der Fachinformatiker, der Verkäufer, die Fachkraft für Lagerlogistik und die kaufmännischen Berufe (Kaufmann im Einzelhandel, im Groß- und Außenhandel bzw. für Büromanagement.

Nach wie vor stehen damit dieselben zehn am stärksten vertretenen Berufe wie 2015 an der Spitze der Rangliste der neu abgeschlossenen dualen Ausbildungsverträge. Jedoch sind die Fachinformatiker(innen) deutlich von Rang 14 auf Platz 11 geklettert (mit ca. 12.100 Neuabschlüssen, +9,4 %). Abgenommen haben im Vergleich zu 2015 dagegen die Neuabschlüsse bei den Bankkaufleuten (mit ca. 9.400 Neuverträgen, -16,9 %), die von Rang 12 auf Rang 16 abgerutscht sind.

Entwicklung bei den Fachinformatikern und Bankkaufleuten

Einen großen Sprung nach vorne gelang den Fachinformatiker(inne)n: Mit ca. 12.100 Neuabschlüssen zeigt sich hier, dass die Wirtschaft zunehmend gut ausgebildete IT-Fachleute benötigt und sich in der Ausbildung engagiert. Dabei hat sich der Beruf Fachinformatiker(in) zu einer „Kernmarke“ der IT-Berufe entwickelt, wobei sich für diese Ausbildung auch 2016 überwiegend Männer entschieden haben – der Anteil der Frauen lag bei nur ca. 8 %.

Bei den Bankkaufleuten verdeutlicht dagegen der erneute Rückgang an neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen (um fast 17 %) die vom BIBB in Qualifikations- und Berufsfeldprojektionen erwartete Umstrukturierung hin zu mehr Online-Banking und Filial-Konzentrationen. In diesem Beruf lag 2016 der Anteil der mit Frauen neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge etwas höher (52,5 %) als der mit männlichen Auszubildenden (47,5 %).

Wichtig ist, dass die Ranglisten der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge keinen Rückschluss auf die bei den Jugendlichen „beliebtesten“ Ausbildungsberufe zulassen. Schließlich muss die jeweilige Ausbildungsentscheidung auch immer in Verbindung mit dem vorhandenen Ausbildungsplatzangebot gesehen werden.

(Quelle und weitere Informationen: https://www.bibb.de)

 

Ausbildungsnachweise dürfen nun auch elektronisch geführt werden

Mit dem "Gesetz zum Abbau verzichtbarer Anordnungen der Schriftform im Verwaltungsrecht des Bundes", das am 10.03.2017 vom Bundesrat beschlossen worden und am 04.04.2017 im Bundegesetzblatt verkündet worden ist, gibt es auch eine Anpassung im Berufsbildungsgesetz bzw. in der Handwerksordnung: Neben 67 weiteren Gesetzen und 113 weiteren Verordnungen wird in beiden Vorschriften auf die Schriftform verzichtet bzw. eine digitale Variante ergänzend zugelassen.

Gemäß Artikel 149 (fürs BBiG) und Artikel 104 (für die HwO) dürfen Ausbildungsnachweise nun ausdrücklich auch elektronisch geführt werden – mit der Einschränkung, dass sie wie bisher auch bei der Vorlage zur Abschlussprüfung eine Unterschrift des Ausbildenden und Auszubildenden aufweisen müssen. Als gleichwertiges Abzeichnen wird nun auch der Einsatz einer elektronischen Signatur angesehen.

Inzwischen hat sich der Ausbildungsnachweis als berufspädagogisches Regel- und Nachweisinstrument bewährt; nun muss er nicht mehr spezifisch in den jeweiligen Ausbildungsordnungen geregelt werden, sondern wird in den §§ 13 und 14 BBiG den generellen Pflichten von Auszubildenden und Ausbildenden zugeordnet. Die Art des Ausbildungsnachweises, der später auch in einem Rechtsstreit bedeutend werden kann, soll nicht durch einseitige Bestimmung der Auszubildenden oder der Ausbildenden festgelegt werden. Daher müssen die Vertragsparteien zukünftig das gewollte Verfahren (Schriftform oder elektronisch) im Ausbildungsvertrag von vornherein vereinbaren, um so späteren Streitigkeiten über die Erfüllung von Pflichten aus dem Ausbildungsverhältnis vorzubeugen.

Außerdem ist zwischen der kontinuierlichen Anfertigung des Ausbildungsnachweises über die Laufzeit einer Berufsausbildung hinweg und der Vorlage des abgeschlossenen Ausbildungsnachweises im Rahmen der Anmeldung zur Abschlussprüfung nach § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG zu differenzieren.

Für die abschließende Vorlage zur Prüfungsanmeldung ist es, wie bereits erwähnt, nötig, dass die Ausbildenden und die Auszubildenden den fertigen Ausbildungsnachweis abzeichnen.

Die Änderung ist seit 05.04.2017 in Kraft und gilt für alle Ausbildungsverträge, die ab dem 01.10.2017 abgeschlossen werden.

(Quelle: www.foraus.de)

 

Sie haben Fragen zur Ausbildung von Flüchtlingen?

Neben dem neuen Informationsportal "Flüchtlinge und Ausbildung", das vom BMBF gefördert wird, gibt es nun einen aktualisierten Ratgeber des DIHK zur "Integration von Flüchtlingen in Ausbildung und Beschäftigung" (Stand 02/2017), der die gesetzlichen Regelungen durch das Integrationsgesetz aufzeigt.

In acht Kapiteln werden Fragen rund um die Ausbildung und Beschäftigung beantwortet: z.B. zu Aufenthaltsstatus und Aufenthaltsdauer, Voraussetzungen für den Zugang zum Arbeitsmarkt, grundsätzliche Fragen zur Ausbildung und zum Praktikum, zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse bis hin zu Fördermöglichkeiten.

Für alle Unternehmen, die Flüchtlinge einstellen bzw. ausbilden möchten, bietet der Leitfaden neben den grundlegenden rechtlichen Informationen praktische Tipps, wichtige Begriffsdefinitionen, Übersichtsgrafiken und Ansprechpartner.

Das PDF steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

Außerdem hat das BIBB aktuell einen Report auf Grundlage einer Betriebsbefragung in ausgewählten Berufsbereichen veröffentlicht. Dieser zeigt, inwieweit Klein- und Mittelbetriebe Praktikums- und Ausbildungsplätze für Geflüchtete bereits anbieten: Aktuell ist es ein recht kleiner Teil der Betriebe, die geflüchtete Personen in ein Praktikums- bzw. Ausbildungsverhältnis bereits aufgenommen haben. Allerdings wurden Angebote solcher Ausbildungs- bzw. Praktikumsplätze oft noch nicht in Anspruch genommen (aufgrund von Sprachbarrieren, Präferenzen der Geflüchteten, Passungsprobleme etc.).

Weitere Informationen bzw. der komplette BIBB-Report steht Ihnen hier zum Download zur Verfügung.

 

Hinweis in eigener Sache:

Auch im Praxishandbuch "Das neue Berufsbildungsrecht" finden Sie hilfreiche Informationen dazu, unter welchen Voraussetzungen geflüchtete Menschen eine Ausbildung in Deutschland beginnen können (Kapitel 4.21: "Ausbildung geflüchteter Personen").

 

Erasmus+: Das Erfolgsmodell wird 30

Von Auslandspraktika bis hin zum kompletten Ausbildungsabschnitt im Ausland

Das Erasmus-Programm der EU feiert 30-jähriges Jubiläum. Anlässlich des Festakts, der am 24.01.2017 in Berlin stattfand, würdigte nicht nur die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka das europäische Bildungsprogramm als Erfolgsgeschichte, das inzwischen fast 1,3 Mio. Studierende genutzt haben, um in einem anderen europäischen Land zu studieren.

Das Programm wurde ursprünglich ins Leben gerufen, um den Austausch von Studierenden in Europa zu fördern. Inzwischen gilt das Förderangebot unter der heutigen Dachmarke „Erasmus+“ auch für

  • Auszubildende,
  • Schüler,
  • Ausbilder oder andere Personen aus dem Bildungsbereich,
  • für die Erwachsenenbildung sowie
  • für die außerschulische Jugendarbeit.

Mit Erasmus haben v.a. junge Menschen die Chance, über den nationalen Tellerrand zu blicken, interkulturelle Kompetenzen zu gewinnen oder wertvolle internationale Erfahrungen zu sammeln. Gleichzeitig bietet dieses Programm aber auch Unternehmen die Gelegenheit, das Engagement und die Selbstständigkeit ihrer Nachwuchsfachkräfte z.B. durch Auslandspraktika zu fördern.

Bis 2020 will die EU mehr als 4 Mio. Menschen fördern. Dafür ist ein Budget von fast 15 Mrd. Euro vorgesehen.

Es gibt aber auch Verbesserungspotenzial

Neben allem Lob sieht Achim Dercks, der stellvertretende Hauptgeschäftsführer des DIHK, aber auch Verbesserungspotenzial bei der praktischen Umsetzung: Das EU-Programm sollte „noch stärker an die Besonderheiten der Beruflichen Bildung und die spezifischen Bedürfnisse von kleinen und mittleren Ausbildungsbetrieben an[gepasst werden]“ – u. a. mithilfe von schlankeren Antragsverfahren, einer Förderung sprachlicher und interkultureller Vorbereitungsmaßnahmen mit systematischer Lernbegleitung für Azubis sowie mit unternehmensnahen und professionellen Beratungs- und Unterstützungsstrukturen für kleine und mittlere Ausbildungsbetriebe.

Unterstützung

Über das Netzwerk Berufsbildung ohne Grenzen erhalten sowohl Unternehmen als auch Azubis Unterstützung bei der Planung, Organisation und Durchführung von Auslandsaufenthalten (z. B. bei der Kontaktvermittlung).

(Quellen und weitere Informationen: Pressemitteilung des BMBF 005/2017 vom 24.01.2017, www.dihk.de, www.berufsbildung-ohne-grenzen.de)

 

Hinweis in eigener Sache:

Nähere Informationen, was bei einer Ausbildung bzw. bei Ausbildungsabschnitten im Ausland rechtlich zu beachten ist, finden Sie im Handbuch "Das neue Berufsbildungsrecht" unter Kapitel 3.25 ("Ausbildung im Ausland") bzw. Kapitel 4.5 ("Ausbildungsabschnitte im Ausland").

 

Neues Informationsportal "Flüchtlinge und Ausbildung" ist online

Die Bundesbildungsministerin Johanna Wanka bezeichnet Ausbildung und Arbeit als „die Königswege der Integration“. Doch oftmals kennen junge Flüchtlinge das System der beruflichen Bildung in Deutschland nicht. Fragen wie „Wie funktioniert der Einstieg in Ausbildung und Lehre?“, „Was muss dabei beachtet werden?“ oder „Wer bietet Hilfe an?“ stellen sich aber auch diejenigen, die Flüchtlinge bei der Integration durch Bildung unterstützen.

Antworten auf diese und weitere Fragen rund um das Thema „Flüchtlinge und Ausbildung“ bietet ein neues Informationsportal, das Ende November 2016 online gegangen ist und vom Bundesbildungsministerium (BMBF) gefördert wird. Damit sollen Unternehmen, gesellschaftliche Gruppen und Ehrenamtliche, die Geflüchtete beim Übergang in Ausbildung helfen, bei ihrem Engagement unterstützt werden, u. a. mit

  • grundlegenden und einfach verständlichen Informationen zum Asylverfahren und zu den Voraussetzungen für den Einstieg Geflüchteter in die duale Ausbildung,
  • einem Überblick zu den vom Bund geförderten Beratungs- und Unterstützungsangeboten,
  • zahlreichen Hinweisen auf kostenlose Publikationen und Downloads zum Thema.

Das Informationsportal finden Sie unter http://www.jobstarter.de/fluechtlinge-und-ausbildung.

 

Hinweis in eigener Sache:

In einem Beitrag exklusiv für Abonnenten des Praxishandbuchs "Das neue Berufsbildungsrecht" werden die Kriterien, auf Grundlage derer geflüchtete Menschen eine Ausbildung in Deutschland beginnen können, im Detail dargestellt. Den vollständigen Beitrag finden Sie auch in Ihrem Praxishandbuch unter Kapitel 4.21 ("Ausbildung geflüchteter Personen").

 

Weiterbildungsstipendium: Mehr Geld für berufliche Talente

Seit 25 Jahren fördert das Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung engagierte Absolvent(inn)en einer Berufsausbildung bei der weiteren Qualifizierung – mit dem Ziel, junge Fachkräfte zu ermutigen, durch Weiterbildung den Grundstein für beruflichen Erfolg zu legen. Seit seinem Start 1991 wurden mehr als 100.000 Stipendien vergeben.

Das Stipendium kann für berufsbezogene Weiterbildung eigener Wahl genutzt werden. Ab 2017 werden die Förderleistungen des Stipendienprogramms deutlich erhöht:

  • Die maximale individuelle Förderhöhe steigt von aktuell 6.000 Euro ab Jahresbeginn 2017 auf 7.200 Euro (+ 20%).
  • Das Weiterbildungsstipendium kann künftig nicht nur für Lehrgangskosten, sondern auch für Prüfungskosten verwendet werden.
  • „IT-Bonus“: In Zukunft können Stipendiat(inn)en 250 Euro Zuschuss für die Anschaffung eines PC erhalten.

Um ein Weiterbildungsstipendium bewerben können sich junge Fachkräfte unter 25 Jahren, die in einer Berufsausbildung und in der Berufspraxis hervorragende Leistungen gezeigt haben. Wer nach der Ausbildung noch mehr erreichen will, kann mit Unterstützung des Stipendiums in der beruflichen Entwicklung einen großen Schritt vorankommen. Gefördert werden fachliche Lehrgänge z. B. zum Techniker oder Meister und zum Fachwirt. Das Stipendium kann aber auch für fachübergreifende Lehrgänge (z. B. EDV- oder Intensivsprachkurse) genutzt werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist auch die Förderung eines berufsbegleitenden Studiums möglich. Die Förderung läuft über maximal drei Jahre.

(Weitere Informationen zur Bewerbung finden Sie unter sbb-stipendien.de oder auf der Seite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung)

 

 

Was bedeutet der "Brexit" für Erasmus+?

Mit dem Volksentscheid vom 23.06.2016 hat sich die Mehrheit der britischen Bevölkerung gegen einen Verbleib in der EU ausgesprochen. Nun stellt sich die Frage, wie sich das Referendum auf das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ auswirken kann.

Klaus Fahle, Leiter der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim BIBB (NA bein BIBB), stellte klar, dass es für so einen Fall keine Blaupause und auch kein Verfahren und damit erst recht keine Gewissheit gebe. 

Laut EU-Vertrag informiert die jeweilige Regierung den Europäischen Rat über den Austritt aus der EU, damit beginnen die Austrittsverhandlungen. Die vielen Verflechtungen, die es zwischen zwischen Großbritannien und der EU gibt, können allerdings nicht von heute auf morgen gekappt werden .

Der EU-Austritt wird wirksam,

  • wenn ein Abkommen ausgehandelt ist, oder
  • zwei Jahre nach der Mitteilung zum Austritt (diese Frist kann dabei einvernehmlich verlängert werden).

Ab dem Tag, an dem der Austritt wirksam wird, gelten die EU-Verträge für Großbritannien nicht mehr. Ein erstes Statement der britischen Regierung dazu nimmt auch Bezug auf Erasmus+:

"The referendum result does not affect students studying in the EU, beneficiaries of Erasmus+ or those considering applying in 2017. The UK’s future access to the Erasmus+ programme will be determined as a part of wider discussions with the EU.

More broadly, existing UK students studying in the EU, and those looking to start in the next academic year, will continue to be subject to current arrangements."

Laut EU-Kommission gilt das EU-Recht, bis Großbritannien die EU verlassen hat – was alle Erasmus-Programme einschließt.

(Quellen und weitere Informationen: Pressemitteilung der NA beim BIBB vom 27.06.2016 bzw. Statement der britischen Regierung vom 28.06.2016

 

Neue Richtlinien für die Begabtenförderung ab 2017

Diejenigen zu fördern, die mit viel Aufwand und Engagement ihre Ausbildung absolvieren sowie ihre Talente und Fähigkeiten für Gesellschaft und Wirtschaft einsetzen, ist eine Investition in die Zukunft. Daher fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung junge Absolventen einer Berufsausbildung u. a. aus den Mitteln für die Begabtenförderung berufliche Bildung. Ziel und Zweck dieser Förderung ist es, die persönliche und berufliche Entfaltung der Handlungskompetenz begabter und leistungsbereiter junger Menschen nach ihrer Berufsausbildung unter Berücksichtigung im Programm unterrepräsentierter Personengruppen zu unterstützen.

Am 24.06.2016 hat das BMBF nun die geänderte Fassung der "Richtlinien über die Begabtenförderung berufliche Bildung für junge Absolventinnen und Absolventen einer Berufsausbildung" vom 20.06.2016 im Bundesanzeiger veröffentlicht. Damit tritt sie am 01.01.2017 in Kraft und wird die bisherigen Richtlinien vom 01.01.2012 ersetzen.

Gefördert wird die Teilnahme an Weiterbildungen, die auf dem Bildungsmarkt angeboten werden, aber auch von Weiterbildungen, die speziell zu entwickeln sind. Daneben fördert das BMBF Maßnahmen zur Weiterentwicklung und Information, zum Erfahrungsaustausch sowie zur Evaluation der Begabtenförderung berufliche Bildung. Diese Maßnahmen dienen der Umsetzung und der Weiterentwicklung der Konzeption, die der Förderung zugrunde liegt.

Hinweis für alle Abonnenten des Praxishandbuchs "Das neue Berufsbildungsrecht": Die am 24.06.2016 veröffentlichte Fassung der Richtlinien finden Sie ab sofort unter ARBEITSHILFEN → GESETZE UND VERORDNUNGEN.

 

Karriere für Kaufleute im Handwerk

Zum 01.04.2016 trat eine neue Fortbildungsprüfungsordnung in Kraft: der Fortbildungsabschluss "Geprüfte/-r Kaufmännische/-r Fachwirt/-in nach Handwerksordnung (HwO)". Damit eröffnet sich Absolventen einer kaufmännischen Berufsausbildung (z. B. Kaufleute für Büromanagement oder Fachverkäufer/-innen) die Möglichkeit, Führungspositionen in handwerklichen Betrieben zu besetzen.

Mit der neuen Regelung wird ein bundeseinheitlicher Standard festgelegt, mit dem auf der zweiten von drei Weiterbildungsebenen ein wesentlicher Eckpfeiler des Berufslaufbahnkonzepts im Handwerk neu gestaltet worden ist. Die neue Fortbildungsprüfungsordnung, die auf der Stufe 6 des Deutschen Qualifikationsrahmens verortet ist, ist dabei einem Bachelor-Abschluss gleichwertig.

Mit ihren vertieften betriebswirtschaftlichen Kenntnissen und Kompetenzen in den kaufmännischen Bereichen des betrieblichen Rechnungswesens, Controllings oder der Finanzierung und Investitionen, der Beschaffungs-, Produktions- und Dienstleistungsprozesse, des Marketings und Personalwesens, aber auch in der Mitarbeiterführung und betrieblichen Ausbildung können die kaufmännischen Fachwirte langfristig die Entwicklung und die Umsetzung strategischer Unternehmensziele in Handwerksunternehmen unterstützen. Die Fortbildung ist dabei auf für Handwerksbetriebe charakteristische Prozesse ausgelegt.

Um die Transparenz der erworbenen Qualifikationen auf dem europäischen Arbeitsmarkt zu fördern, wird es auch eine EUROPASS-Zeugniserläuterung (in Deutsch, Englisch und Französisch) geben, die die wesentlichen Tätigkeitsfelder, Kompetenzen und das international sowie europäisch erreichte Qualifikationsniveau verdeutlicht.

Weitere Informationen zur Fortbildung „Kaufmännische/-r Fachwirt/-in nach HwO“ gibt es auf bibb.de.

(Quellen und weitere Informationen: Pressemitteilung des BiBB Nr. 12/2016 vom 22.03.2016 und Pressemitteilung des Zentralverbands des deutschen Handwerks Nr. 06/2016 vom 10.03.2016)